Behandlung der Autismus-Spektrum-Störung

Das Leben anders erleben

Für ein Stück „Normalität“ in einer teils befremdlichen Welt zahlen Menschen mit Autismus einen hohen Preis. Sich an die sozialen Normen anzupassen, kostet sie viel Energie und kann seelisches Leid verursachen. Doch sich nicht anzupassen, erzeugt häufig ungewollte Aufmerksamkeit und verletzende Kommentare. Wir möchten Erwachsenen mit Autismus alternative Umgangsformen mit ihrer Lebenssituation zeigen.

Hilfe bei der Autismus-Spektrum-Störung

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an Ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Menschen, die im Autismus-Spektrum anzusiedeln sind, zeigen eine große Variation an Verhaltensweisen. Im Allgemeinen verfügen sie über ein geringeres Bedürfnis nach sozialer Interaktion und zeigen außergewöhnliches Interesse an bestimmten Tätigkeiten oder Objekten. Haben Sie eine tiefe Faszination für spezifische Teilbereiche in Ihrem Leben entwickelt? Empfinden Sie im Kontakt mit anderen Schwierigkeiten, sozial-emotionale Signale zu deuten und verstehen andere Menschen Ihre Signale häufiger nicht? Geraten Sie ins Wanken, wenn sich plötzlich Routinen ändern? Dies können Symptome einer Spektrum-Störung sein.

Eine Behandlung in den Libermenta Kliniken kann Ihnen helfen, sich mit neuen Fähigkeiten besser durch den Alltag zu manövrieren. Wir können Ihnen ein vorhersehbares Umfeld bieten, in dem wir uns auch gerne der Behandlung komorbider Sekundärerkrankungen annehmen.

Der Mensch
im Fokus

Viele Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung bemühen sich im Alltag möglichst nicht aufzufallen. So versuchen Betroffene etwa die für sie natürlichen Verhaltensweisen zu verbergen, um für die soziale Umwelt „normal“ zu wirken. Dieses kompensatorische Verhalten ist nicht nur kräftezehrend, sondern kann Stressgefühle und psychosomatische Leiden verursachen. Auch die reizüberflutende Umwelt hinterlässt ihre Eindrücke und wirkt sich im schnelllebigen, modernen Alltag auf das seelische Wohlbefinden aus. Sie möchten in einer vorhersehbaren Umgebung wieder zu sich selbst finden? Wir sind für Sie da und akzeptieren Sie so, wie Sie sind. Unsere Experten bieten Ihnen gerne Behandlungsmöglichkeiten mit routinierten Abläufen in einer ruhigen, geomantischen Umgebung.

Mehr Zeit für…

… das, worauf es Ihnen wirklich ankommt. Wir möchten Ihnen helfen, im Alltag besser zurechtzukommen und mehr Freude zu erleben.

+49 2235 4665 2500

Wie behandeln wir die
Autismus-Spektrum-Störung?

Die Diversität autistischer Störungen ist enorm. Deshalb bieten wir – nach ausführlicher Diagnostik der psychischen Störung – individuelle Therapiepläne an, die sich an Ihren Bedürfnissen sowie Therapiezielen orientieren. Die Therapie von Autismus umfasst diverse Verfahren der Psychotherapie (z. B. Systemische Therapie oder Verhaltenstherapie). Das darin integrierte Training von sozialen und emotionalen Kompetenzen kann Sie darin unterstützen, soziale Interaktionen in Zukunft angenehmer zu gestalten. Viele Patienten wünschen sich zudem mehr Gelassenheit im Alltag. Entspannungsverfahren können in (an-)spannenden Situationen helfen, innere Ruhe zu bewahren. Selbstverständlich stehen Ihnen auch die Möglichkeiten der Pharmakotherapie und alternativer Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Was ist die Autismus-Spektrum-Störung?

Das Autismus-Spektrum fasst diverse Subtypen des Autismus zusammen und zeichnet sich durch diverse Ausprägungen der Symptome und Schweregrade aus. Übergreifend sind Autismus-Subtypen jedoch von drei Hauptmerkmalen geprägt:

  • verringertes soziales Interesse und erschwerte sozial-emotionale Kommunikation oder Sprachentwicklung
  • Besonderheiten in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinneseindrücken
  • stereotype Verhaltensweisen und Hyperfokus bei spezifischen Interessen

Reduzierte Kommunikation & geringes Sozialinteresse

Menschen mit Autismus fällt es bereits von Kindesalter an schwer, Emotionen, Gedanken und Absichten anderer Menschen zu interpretieren. Aufgrund des veränderten Empathievermögens kommt es in der Kommunikation mit anderen schnell zu Missverständnissen. Zudem verhalten sich autistische Menschen oft nicht gemäß gängiger sozialer Normen, da sie die Umwelt und das soziale Gefüge anders wahrnehmen als Menschen ohne Autismus. Üblicherweise verfügen Autisten selten über soziales Interesse. So suchen sie soziale Kommunikation typischerweise kaum eigenmotiviert auf. In bestimmten Fällen kann die altersgerechte Sprachentwicklung eingeschränkt und von Wortneuschöpfungen oder anderen Besonderheiten geprägt sein.

Veränderte Sinneswahrnehmung & Reizverarbeitung

Von Autismus Betroffene erleben die Umwelt anders. Sie nehmen Umwelteindrücke intensiver mit ihren Sinnen wahr und verarbeiten diese auf eigene Weise. Dies kann schnell zur Reizüberflutung führen und Betroffene überfordern. Solche Überforderungsreaktionen können sich in Form von Rückzug, aggressivem Verhalten, Ticks oder anderem stereotypem Verhalten äußern. Keine dieser Verhaltensweisen sind böswillig gemeint. Sie entstehen automatisch aus einer Schutzfunktion heraus; im Versuch, den empfundenen Stress zu reduzieren.

Stereotype Verhaltensmuster & Hyperfokus

Menschen im Spektrum der Störung zeigen typischerweise repetitive, stereotype Verhaltensweisen (Tic-Störungen), die immer gleiche Bewegungsabläufe zeigen. Dies können etwa schaukelnde Bewegungen oder ein Fingerschnippen sein. Auch sich wiederholende Worte (Echolalie) können auftreten. Jeder Mensch mit einer Autismus-Spektrum-Störung hat seine ganz individuellen Verhaltensmuster und Fähigkeiten zur Kommunikation entwickelt, um mit Umweltreizen umzugehen und eigene Bedürfnisse sowie Befindlichkeiten mitzuteilen.

Stereotypes Verhalten kann unter Umständen nachlassen, wenn der Betroffene sich besonders wohlfühlt. Häufig ist dies zu beobachten, wenn er seinem Hauptinteresse ungestört mit Hyperfokus nachgehen kann. Das Besondere am Hyperfokus ist, dass es dem Betroffenen sehr viel Freude bereitet, sich auf bestimmte Details innerhalb seines Interessengebietes zu konzentrieren und er in diesem Flow-Zustand „unendlich“ viel Zeit verbringen könnte.

 

Ein Halt gebendes Zuhause auf Zeit

Eine sich andauernd verändernde Umwelt kann überfordernd wirken, insbesondere dann, wenn man auf natürliche Weise mit einem Hyperfokus ausgestattet ist und Reize intensiviert wahrnimmt. Unsere Privatkliniken sind außergewöhnliche Standorte in naturnaher Umgebung. Die historischen Gemäuer sind beständig und bieten all ihren Gästen Halt. Suchen Sie noch nach der richtigen Routine und wünschen sich weniger plötzliche Veränderungen im Alltag? Unsere Experten sind immer in greifbarer Nähe und begegnen Ihnen auf Augenhöhe. Nehmen Sie unsere professionelle Hilfe in unseren Privatkliniken in Anspruch. Wir begleiten Sie bei Ihren Lebensfragen und erörtern gemeinsam eine Struktur, die zu Ihrer Lebenssituation passt.

Wie entsteht die Autismus-Spektrum-Störung?

Die autistische Störung ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung und zeigt sich bereits im frühen Kindesalter. Die Beeinträchtigungen, die autistische Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfahren, sind insbesondere im Kontakt mit Gleichaltrigen zu erkennen. Aufgrund der veränderten Hirnstruktur Betroffener zählt Autismus zu den seelischen Beeinträchtigungen. Von einer geistigen Behinderung ist erst dann zu sprechen, wenn zusätzlich eine Intelligenzminderung vorliegt. Dies ist jedoch bei den Autismus-Spektrum-Störungen nicht automatisch der Fall.

Diagnose Autismus: Die Entstehung einordnen

Die verschiedenen Subtypen im Autismus-Spektrum sind angeboren und können sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben der Betroffenen bemerkbar machen. Seine Entstehung wird hauptsächlich durch genetische Faktoren beider Elternteile beeinflusst.

  • Frühkindlicher Autismus (auch: Kanner-Syndrom):
    Autismus-typisches Verhalten kann bereits vor dem dritten Lebensjahr beobachtet werden. Eine Diagnose sollte zu diesem Zeitpunkt jedoch nur mit Vorsicht erfolgen, da sich das potenziell autistische Kind noch in einer intensiven Entwicklungsphase befindet.
  • Atypischer Autismus:
    Diese Autismus-Spektrum-Störung unterscheidet sich nicht sehr stark von der Symptomatik des Frühkindlichen Autismus. Zur differenzierten Diagnose des Atypischen Autismus bedarf es lediglich einen von zwei Faktoren: Entweder liegt ein verzögertes Erkrankungsalter (nach dem dritten Lebensjahr) vor oder nicht alle Symptome des Frühkindlichen Autismus sind erfüllt. Auch eine Kombination beider Faktoren spricht für den Atypischen Autismus.
  • Asperger-Syndrom (nach Hans Asperger):
    Diese Form des Autismus gilt als eher leicht ausgeprägt. Auffälligkeiten des Asperger-Syndroms zeichnen sich etwa ab dem vierten Lebensjahr bei betroffenen Kindern ab. Im Verlauf können Intelligenztestungen bei Jugendlichen und Erwachsenen mit dem Asperger-Syndrom eine überdurchschnittliche Intelligenz feststellen. Einige Menschen mit Asperger-Syndrom zeichnen sich darüber hinaus durch ihre spezielle „Inselbegabung“ aus.
  • Hochfunktionaler Autismus:
    Dieser Subtyp der Autismus-Spektrum-Störungen zeigt sich ebenfalls bereits im frühen Kindesalter. Die Diagnose des hochfunktionalen Autismus wird vergeben, wenn die typischen Symptome für den Frühkindlichen Autismus vorliegen und der Betroffene zusätzlich eine normale Intelligenz aufweist. Zu den Auffälligkeiten der tiefgreifenden Entwicklungsstörung zählen insbesondere die verzögerte Sprachentwicklung sowie die verfrühte motorische Entwicklung der autistischen Kinder.

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