Diagnostik

Diagnostik beschreibt die Gesamtheit aller Verfahren, um eine Erkrankung zu identifizieren oder auszuschließen. Im psychiatrischen Fachgebiet stehen im Gegensatz zu den „Somatischen Fachgebieten“ wenige technisch-apparative Verfahren zur Diagnostik zur Verfügung, sodass  sich eine gute Diagnostik im Wesentlichen  auf das explorative Gespräch mit dem Individuum fokussieren muss. Technische Untersuchungen sind allerdings auch im psychiatrischen Fachgebiet unerlässlich, da sie zum Ausschluss von körperlichen Erkrankungen als Ursache des psychischen Leidenszustands benötigt werden. Hierbei kommen insbesondere eine gründliche und umfassende körperlich-neurologische Untersuchung, Laboruntersuchungen und gegebenenfalls Bildgebungsverfahren (CCT, MRT, PET) zum Einsatz.

Die eigentliche psychiatrische Diagnostik im Rahmen eines explorativen Gesprächs mit dem Patienten stützt sich auf die gesprochenen Inhalte, auf die Art und Weise des Sprechens, auf Mimik und Gestik im Zusammenhang mit dem Sprechen und dem Gesprochenen sowie auf sogenannte Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene. Die psychiatrische Diagnostik ermöglicht dem Diagnostiker die Identifizierung von „Symptomen“ (z. B. Angst, Verworrenheit, Antriebslosigkeit etc.), die zu sogenannten „Syndromen“ (also einer Zusammenfügung von Symptomen: z. B. das depressiv-ängstliche Syndrom, das suizidale Syndrom, das Syndrom süchtigen Verhaltens etc.) zusammengefasst werden und am Ende eines langen, intensiven und umfassenden diagnostischen Prozesses zu einer Verdachtsdiagnose oder Diagnose führt.