Frustessen

griff in den kuehlschrank

Frustessen, auch gefühlsbedingtes oder emotionales Essverhalten genannt, beschreibt eine meist unbewusste Reaktion auf intensive Gefühle. Dabei können sowohl negative als auch stark positive Emotionen eine Rolle spielen. Häufig beginnt emotionales Essverhalten mit Heißhungerattacken und einem gesteigerten Appetit auf ungesunde Lebensmittel.
Wichtig ist: Frustessen ist nicht einfach eine Frage von Disziplin. Es kann eine Strategie sein, um Gefühle zu kompensieren, innere Anspannung zu regulieren oder seelische Leere kurzfristig zu überdecken. Für Betroffene kann dadurch ein doppelter Leidensdruck entstehen – durch das Essverhalten selbst und durch dessen körperliche oder seelische Folgen.

Typische Anzeichen können sein:

  • Essen aus Frust, Einsamkeit, innerer Leere oder Stress

  • heimliches Essen, zum Beispiel der Gang zum Kühlschrank zur Beruhigung

  • Heißhungerattacken statt normalem körperlichem Hunger

  • gesteigerter Appetit auf süße, fettige oder ungesunde Lebensmittel

  • Essen über das Sättigungsgefühl hinaus

  • körperliches Unwohlsein bis hin zu Übelkeit nach großen Essensmengen

  • Schuldgefühle, Selbstvorwürfe oder ein geringeres Selbstwertgefühl nach dem Essen

  • das Verlernen eines natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühls

  • Gewichtszunahme und der Wunsch abzunehmen

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Frustessen kann viele Auslöser haben. Dazu gehören unter anderem Konflikte in der Familie, mit dem Partner, mit Freunden oder Bekannten sowie Stress am Arbeitsplatz. Auch Depressionen, Stress, Angstzustände, Müdigkeit, Erschöpfung und Selbstverachtung können das Essverhalten beeinflussen. Emotionales Essen kann zudem als Verdrängungsstrategie oder dysfunktionaler Coping-Mechanismus verstanden werden. Manche Menschen lernen bereits in der Kindheit, dass Essen kurzfristig ein gutes Gefühl erzeugen kann. Besonders Kinder, die wenig Aufmerksamkeit oder zu wenig soziale Unterstützung bei der Verarbeitung negativer Gefühle erfahren haben, können später dazu neigen, aus emotionalem Frust zu essen.Auch Stress kann das Verlangen nach süßen und fettreichen Speisen verstärken. Bei Anspannung und Hektik greifen Betroffene häufiger zu Fertiggerichten, Schokoriegeln, Chips oder anderen schnellen Zwischenmahlzeiten statt zu einer ausgewogenen Mahlzeit.


Ein erster Schritt kann sein, die eigenen Gefühle bewusster wahrzunehmen und zu akzeptieren. Traurigkeit, Frust, Stress oder innere Leere müssen nicht sofort „repariert“ werden. Wenn Essen jedoch regelmäßig zur wichtigsten Strategie im Umgang mit Gefühlen wird, kann es die bestehenden Probleme verstärken.

Wichtig ist, das eigentliche Problem oder eine mögliche Grunderkrankung zu erkennen. Ärztliche und therapeutische Hilfe kann dabei unterstützen, die Ursachen fachlich abzuklären. Eine diagnostische Untersuchung ist besonders wichtig, wenn zusätzlich Gewichtszunahme, starkes Übergewicht oder der Verdacht auf eine psychische Erkrankung wie Depression besteht.

Die alleinige Reduktion der Essensmenge führt bei emotionalem Essen in den seltensten Fällen zum Erfolg. Entscheidend ist, das Essverhalten im Zusammenhang mit den zugrunde liegenden Gefühlen und Belastungen zu betrachten.

  • Nehmen Sie Ihre Gefühle bewusst wahr und versuchen Sie, sie zu akzeptieren.

  • Entwickeln Sie eine gesunde Ernährungsweise, körperliche Aktivität und Strategien zur Stressreduktion.

  • Versuchen Sie, Hunger und Sättigung wieder bewusster zu spüren.

  • Suchen Sie Alternativen zum Essen, die Ihnen guttun und Freude bereiten.

Bei Frustessen steht zunächst die Frage im Mittelpunkt, welche seelischen Belastungen, Konflikte oder möglichen Grunderkrankungen hinter dem Essverhalten stehen. Als mögliche Grunderkrankung kommen unter anderem Depressionen infrage. Therapeutische Hilfe sowie eine ärztliche diagnostische Untersuchung sind wichtig. Wenn durch ungesundes Essen Gewicht zugenommen wurde, sollte auch dies ärztlich kontrolliert werden, da Übergewicht mit körperlichen Gesundheitsrisiken verbunden sein kann.


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In Momenten, in denen der Impuls zum Frustessen entsteht, können andere Handlungen helfen, Abstand zum akuten Gefühl zu gewinnen. Vor allem Aktivität kann eine Alternative sein: vor die Tür gehen, etwas unternehmen oder Sport treiben. Diese Aktivitäten können helfen, auf andere Gedanken zu kommen, angestauten Stress abzubauen und die körperliche Fitness zu unterstützen.

Auch Tätigkeiten, die guttun und Freude bereiten, können eine Alternative sein. Entscheidend ist, Essen nicht als einzige Form von Trost, Belohnung oder Beruhigung einzusetzen. Eine bewusste Ernährung und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Essverhalten können dabei unterstützen, Hunger und Sättigung wieder besser wahrzunehmen.

Hilfreich kann es außerdem sein, sich Zeit für das Kochen und Essen zu nehmen. Wenn Zubereitung und Verzehr bewusster erlebt werden, kann Genuss wieder stärker in den Vordergrund treten und die Wahrnehmung von Sättigung erleichtert werden.

An den Standorten Schloss Gracht und Schloss Freudental unterstützt Libermenta Menschen, die unter Frustessen leiden. Beide Privatkliniken bieten einen ruhigen Rahmen für intensive psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und persönliche Begleitung.

Schloss Gracht mit Wassergraben von außen

Unsere Privatklinik Schloss Gracht

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Libermenta Schloss Freudental von außen in der Sonne

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Frau Karolat Libermenta Klinik Schloss Gracht

Jacqueline Karolat

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Simone Haiges