Frau mit verschränkten vor einem Teller Spaghetti Bolognese versinnbildlicht die Appetitlosigkeit

Appetit­losigkeit

Den Appetit wiederfinden

Ist Ihnen schon vor dem Essen oder gleich danach übel? Leiden Sie unter Gewichtsverlust oder öfters unter Bauchschmerzen? Wenn sogar  das Leibgericht einfach nicht mehr schmecken will und man vor lauter „Steinen im Bauch“ überhaupt keinen Appetit mehr hat, sind das häufig warnende Anzeichen für einen unguten psychischen Zustand, denn der Magen und der Appetit sind deutliche Abbilder der Seele!

Was ist
Appetitlosigkeit?

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an Ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Appetitlosigkeit, auch Inappetenz genannt, meint das verminderte Verlangen nach Essen und Genuss, welches vom zentralen Nervensystem (ZNS) gesteuert wird. Die aktuelle Gefühlslage, aber auch Sinneseindrücke der Nahrung regulieren, ob der Mensch Lust auf eine bestimmte Speise hat. Der Mangel an Appetit ist oft Symptom einer Erkrankung oder ein Zeichen für deren Anfang. Betroffene leiden neben dem Appetitmangel auch vermehrt an Übelkeit bei der Nahrungsaufnahme. Oft wird Stunden oder sogar Tage keine Nahrung aufgenommen.

Behandlung von Appetit­losigkeit

Anhaltende Appetitlosigkeit sollte ernst genommen werden, da sie entweder ein Symptom einer Krankheit oder ein Warnzeichen für den Anfang einer Störung ist. Aber wann handelt es sich nur um eine vorübergehende Erscheinung und ab wann ist es wirklich notwendig, zum Arzt zu gehen und eine professionelle Einschätzung einzuholen? Ist der verminderte Appetit eindeutig auf Stressempfindungen zurückzuführen und

setzt das Hungergefühl in Phasen mit weniger Stress wieder ein, besteht kein Grund zur Sorge, sollte aber dennoch beobachtet werden. Bei anhaltender Appetitlosigkeit und einhergehendem Gewichtsverlust sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Erkrankungen wie eine Magenschleimhautentzündung oder Geschwüre auszuschließen. Appetitlosigkeit ist auch gefährlich, wenn ein Patient unter Magersucht leidet. Nicht selten besteht die Gefahr des Verhungerns, sodass hier dringende medizinische Versorgung notwendig ist.

Wie kann Appetitlosigkeit behandelt werden?

Da Appetitlosigkeit meist ein Begleitsymptom verschiedener Krankheiten ist, muss das Grundleiden behandelt werden. Wie die Behandlung erfolgt, hängt von der jeweiligen Diagnose ab. Körperliche Erkrankungen, wie Magen-Darm-Entzündungen, können unter anderem mit der Zugabe von Medikamenten behandelt werden. Bei Appetitlosigkeit als Begleiterscheinung von Krebs hingegen sind eine Chemotherapie oder Bestrahlung notwendig. Zusätzlich können appetitanregende Mittel verabreicht werden, um diesen Patienten die Nahrungszufuhr zu erleichtern und dem Körper notwendige Nährstoffe zur Verfügung stellen zu können. Bei Suchterkrankungen empfiehlt sich zum Beispiel eine qualifizierte Entgiftung. Je nach auslösender Erkrankung sollten auch Änderungen der Lebensweise erfolgen und die Ernährung angepasst werden. Hier empfiehlt sich eine professionelle Ernährungsberatung. Um Stress zu vermindern und so den Appetit wieder anzuregen, können Entspannungsverfahren helfen.

 


Was können Sie bei Appetitlosigkeit tun?

Bedingt durch starken Stress im Beruf oder Privatleben fällt es vielen Menschen selbst nicht auf, dass sie weniger essen und dadurch an Gewicht verlieren. Kommen vermehrt Hinweise aus dem eigenen Umfeld, dass man deutlich an Gewicht verloren hat, sollte man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen und verstärkt auf das eigene Essverhalten achten. Daneben sollten die Essgewohnheiten zum einen ritualisiert und zum anderen schöner gestaltet werden. Essen in Gesellschaft ist grundsätzlich angenehmer und macht mehr Spaß. Ein Tipp ist, sich mit anderen zum Essen zu verabreden, entweder zu Hause, im Restaurant – oder auch virtuell. Bleiben das Gefühl der Appetitlosigkeit sowie der Gewichtsverlust über eine längere Zeit bestehen, ist ein Arztbesuch notwendig.  

Tipps für den Alltag

  • Essen zelebrieren und besondere Momente kreieren, z.B. Kochabende mit Freunden oder neue Rezepte ausprobieren
  • zusammen mit Freunden, Familien oder Kollegen, anstatt alleine
  • Gleichgewicht aus leicht verdaulicher Kost und Lebensmitteln, die einem guttun
  • einen festen Zeitplan für die Mahlzeiten aufstellen und regelmäßig genügend Wasser trinken

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Wie äußert sich Appetitlosigkeit?

Menschen mit Appetitlosigkeit verlieren einerseits die Lust am Essen, andererseits vergeht ihnen im Allgemeinen der Hunger, sie spüren kein natürliches Hungergefühl mehr. Speisen können teilweise sogar Unbehagen und Ekel bis hin zu Übelkeit oder Erbrechen auslösen. Den Betroffenen vergeht, mit dem Ausblick auf diese Übelkeit, regelrecht die Lust am Essen. Mit dem Verlust des Appetits geht, aufgrund der verringerten Nahrungsaufnahme, oft auch ein starker Gewichtsverlust einher, da sich der Körper nach einiger Zeit an die reduzierte Kalorienzufuhr gewöhnt und das Hungergefühl nachlässt. Betroffene können deshalb oftmals Stunden oder Tage ohne Essen aushalten. Neben der Übelkeit und dem Gewichtsverlust geht mit der Appetitlosigkeit eine weitere Erscheinung einher, die damit unmittelbar in Zusammenhang steht. Ausgelöst durch die fehlende Nahrungsaufnahme wird der Magen in Mitleidenschaft gezogen, was u. a. zu starken Bauchschmerzen führen kann.

Vom Symptom der Appetitlosigkeit zu unterscheiden ist die Anorexia nervosa (Magersucht oder auch Anorexie), eine psychische Erkrankung, die durch eine Essstörung gekennzeichnet ist. Dabei haben Betroffene eine gestörte Körperwahrnehmung und vermeiden die Nahrungsaufnahme aus Angst vor einer Gewichtszunahme. Diverse psychische Faktoren, aber auch körperliche Krankheiten können sich auf diese psychische Krankheit auswirken. Im Leben dieser Patientengruppe dreht sich alles um die Ernährung, da sie sich – unabhängig vom tatsächlichen Körpergewicht – als „zu dick“ empfinden. Diese Patienten leiden stark vor, während und nach der Nahrungsaufnahme. Aufgrund psychischer Ursachen kann trotz des empfundenen Hungers selbstinduziertes Erbrechen ein kurzfristig besseres Stimmungsbild und Körpergefühl dieser Patienten herbeiführen.

„Wenn die Seele krank ist, braucht auch der Körper Schutz.“

Dr. med. Michael Bornheim

Klinikdirektor und Chefarzt
Libermenta Klinik Schloss Gracht

Ursachen von Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit kann viele mögliche Ursachen psychischer sowie körperliche Natur haben. Alle körperlichen Symptome, zu denen auch Appetitlosigkeit zählt, sollten zuerst von einem Hausarzt gründlich abgeklärt werden, um mögliche körperliche Erkrankungen als Ursache auszuschließen. Das Verlangen nach Essen wird durch das zentrale Nervensystem (ZNS) reguliert. Botenstoffe wie Serotonin beeinflussen dabei die Stärke des Appetits, sodass innere Unruhe oder seelische Belastungen den Stoffwechsel in Form von Stresshormonen durcheinanderbringen und Ursache für starke Übelkeit sein kann, die wortwörtlich auf den Magen schlägt.

Appetitlosigkeit ist häufig ein Anzeichen von erhöhtem Stress, wenn der Mensch aufgrund psychischer Anspannung vergisst zu essen oder sich zum Essen zwingen muss. In Phasen mit weniger Stress regeneriert sich der Appetit aber meist wieder. Mangelnder Appetit hat darüber hinaus weitere Ursachen und ist meist eine Begleiterscheinung zu einer seelischen Störung, wie  Ängsten, Essstörungen, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Somatisierungsstörungen. Bei einer Depression beispielsweise sind die körperlichen Funktionen eingeschränkt, sodass Appetitlosigkeit mit Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit einhergeht. Bei Magersucht hingegen ist das bewusste Hungern bei gesteigerter körperlicher Aktivität das zentrale Symptom. Auch Erkrankungen, die nicht seelisch bedingt sind, können Ursache sein. Häufig führen Erkrankungen im Verdauungstrakt wie Morbus Crohn, eine akute Magenschleimhautentzündung oder Durchblutungsstörungen des Darms zu fehlendem Appetit. Auch Medikamente können als Nebenwirkung das Verlangen nach Nahrung hemmen. Zudem kann ein verminderter Appetit auch einer Lebensmittelvergiftung sowie einer Nahrungsmittelunverträglichkeit geschuldet sein. Auch können Drogen und Alkohol sowie Vergiftungen dafür sorgen, dass kein Verlangen nach Essen besteht, da der Körper alle Ressourcen für die Regeneration nutzt.


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