Musiktherapie

Musik: der Klang der Seele

Töne, Noten, Harmonien – ob laut durcheinander oder in dirigierter Reihenfolge! Musik macht etwas mit einem: Sie lässt uns teilhaben, mitsingen, mit den Füßen wippen oder fordert uns zum Tanz auf. Wie leise wäre doch diese Welt ohne die Musik? Daher dürfen auch Sie laut bei uns und mittels des Musizierens Ihrer inneren Stimme Klang und Ausdruck verleihen. 

Was ist die Musiktherapie?

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Musiktherapie ist eine Form der Psychotherapie, bei der das Medium Musik gezielt eingesetzt wird, um den individuellen Therapieprozess zu unterstützen. Dabei wird auf verschiedene musiktherapeutische Methoden zurückgegriffen, die einem tiefenpsychologischen und psychodynamischen Ansatz folgen. Bei vielen psychischen Erkrankungen oder Problemen kann es schwerfallen, das eigens empfundene Leid in Worte zu fassen. Das kann beispielsweise bei Demenz der Fall sein oder auch bei überwältigenden seelischen Krankheitserfahrungen. Im Rahmen der therapeutischen Beziehung ermöglicht die Musik den Menschen einen nonverbalen Zugang zu therapierelevanten Themen. Im Vordergrund stehen Eigen- und Fremdwahrnehmung, gemeinsames Erleben, der Umgang mit Gefühlen sowie Spannungsabbau. Teil der Musiktherapie ist das therapeutische Gespräch, in welchem die Erfahrungen innerhalb der Musik reflektiert und versprachlicht werden können. Zur Teilnahme sind keinerlei musikalischen Vorkenntnisse oder Fähigkeiten erforderlich.


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Wir setzen auf ein Behandlungsumfeld, das Bindung und Lebensfreude möglich macht. Gerne beraten wir Sie zu unserem Angebot.

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Dauer und Durchführung der Musiktherapie

Die Musiktherapie findet sowohl im Einzelsetting als auch in Gruppen statt. Die Durchführung macht der Musiktherapeut abhängig von den Themen, die die Patienten mit in die Stunde bringen. Vor Beginn einer möglichen Therapie findet ein ausführliches Vorgespräch statt, in welchem die Musiktherapie erklärt wird und die Patienten offene Fragen, Wünsche und Erwartungen besprechen können. Demnach werden unterschiedliche Methoden angewendet, um den Teilnehmern bei der geistigen Bewältigung der von ihnen als belastend und kritisch empfundenen Lebensereignisse zu unterstützen. Wie lange die Behandlung geht und wie viele Sitzungen während des Aufenthaltes in einer Klinik notwendig sind, hängt vom Schweregrad der psychischen Erkrankung, aber auch von der Affinität zum Medium Musik und der therapeutischen Beziehungsqualität sowie Behandlungsbereitschaft ab.

 

 

Aktive und rezeptive Musiktherapie

Die aktive Musiktherapie lebt von der Improvisation an unterschiedlichen Instrumenten, wobei der spielerische Umgang mit Klängen im Vordergrund steht. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die rezeptive Musiktherapie, in der der Schwerpunkt auf dem gemeinsamen Musikhören liegt. Auch mithilfe der eigenen Stimme können Töne erzeugt werden. Dabei geht es jedoch nicht darum, fertige Melodien zu spielen oder gar ein Instrument zu erlernen, sondern um die kreative Entfaltung, das Ausprobieren und Erleben. Es besteht zudem die Möglichkeit, die gemeinsame musikalische Improvisation aufzunehmen. Auf diese Weise kann den Patienten ein nochmaliges Anhören des musikalischen Werks ermöglicht werden. Dies kann eine Reflexion des Gespielten erleichtern. In der rezeptiven Musiktherapie liegt der Fokus auf der Selbstwahrnehmung im Hier und Jetzt. Durch das Musikhören kann das Körperempfinden intensiver wahrgenommen werden, wodurch die Selbstachtsamkeit gefördert wird. Je nach gehörter Musik können Erinnerungen und Gefühle aktiviert werden. Es können aber auch Spannung abgebaut und Stimmungen positiv beeinflusst werden. Dabei wird die Musik entweder live vom Therapeuten dargeboten oder über die Musikboxen abgespielt.

Rezeptive musiktherapeutische Methoden können musikimaginative Verfahren sein, bei welchen über Bilder und Gedanken, die während des Musikhörens aufkommen, eine Bearbeitung psychodynamischer Prozesse des Patienten möglich werden kann. Hier steht primär das Erleben und Spüren von Gefühlen im Vordergrund und weniger das Analysieren und Reflektieren der Musik. Durch das Teilen der „eigenen Musik“ innerhalb einer Gruppe oder mit dem Therapeuten, das erhaltende Feedback und die Auseinandersetzung mit dem eigenen „so geworden sein“, kann sich das Hören von Musik identitätsstärkend auswirken. Das Erstellen einer persönlichen Playliste anhand der Hörgewohnheiten und Hörpräferenzen kann ganz individuell zur Selbstregulation und Stärkung in vulnerablen Momenten eingesetzt werden. Zur rezeptiven Musiktherapie gehören ebenfalls Entspannungsverfahren, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst werden können. Hierzu zählen musiktherapeutische Tiefenentspannung, Klangschalentherapie, Körperreisen, Imaginations- und Achtsamkeitsübungen.

Therapeutisches Gespräch als wichtiger Bestandteil der Musiktherapie

Teil jeder Musiktherapiesitzung ist das therapeutische Gespräch. Oft werden hier reflektierend die Themen besprochen, die innerhalb der Musik aufgetaucht sind. Dies können insbesondere Gefühle, Wünsche, aber auch Ängste sein. Durch den Austausch mit dem Therapeuten innerhalb eines geschützten und sicheren Raumes kann den Patienten die eigene Gefühlswelt bewusster werden.

„Erfahrene Musiktherapeutinnen vermitteln Ihnen neue, heilsame Erfahrungen.“

Professor Dr. Isa Sammet

Klinikdirektorin und Chefärztin
Libermenta Klinik Schloss Freudental

Wirkungsweisen der Musiktherapie

Die Musiktherapie ist als kreative Methode eine Ergänzung zu klassischen – verbal ausgerichteten – Psychotherapieverfahren, um Zugang zu unbewussten Gefühlen und Erfahrungen zu erlangen. Über Musik profitieren insbesondere alle Patienten, die verbal nicht kommunizieren können oder möchten. Ein Vorteil der Musiktherapie sind daher auch ihre vielseitigen Ausdrucksmöglichkeiten aufgrund der großen Auswahl an Instrumenten. Jeder Patient kann sich dabei aussuchen, was zu ihm passt oder mit welchem Instrument er sich wohlfühlt. Zudem gewinnt der Teilnehmer der Musiktherapie viele wertvolle Erfahrungen für sich selbst: Vor allem das aktive Musizieren steigert die kreativen Fähigkeiten und die Ausdrucksfähigkeit.

 

 

Musik als Mittel, um Zugang zum Unbewussten zu schaffen

Die musiktherapeutische Arbeit orientiert sich unter anderem an der Tiefenpsychologie, aber auch an verhaltenstherapeutischen und systemischen Ansätzen. Sie kann eine Förderung und Verbesserung vieler Lebensbereiche hervorrufen. Durch aktive oder auch rezeptive Methoden können die eigene Selbstwahrnehmung unterstützt und die Selbstachtsamkeit und Genussfähigkeit gesteigert werden. Patienten lernen sich durch das musikalische Spiel oft besser kennen und gelangen so zu biografisch bedeutsamen Themen, die einem Heilungsprozess zuträglich sind. Die Vergänglichkeit der Musik bietet eine einzigartige Chance, Emotionen im Moment wahrzunehmen und kann zur Aktivierung von Erinnerungen und der Auseinandersetzung mit dem eigenen Geworden-Sein und der Identitätsstärkung beitragen. Zudem kann durch aktives Musizieren eine Steigerung des Aktivitätsniveaus erzielt werden. Durch die in der Musiktherapie eingesetzte musikalische Improvisation können sich Konflikte, soziale Interaktionskompetenzen sowie Beziehungsmuster zeigen und bearbeitet werden. Vor allem rezeptive Methoden können sich spannungsregulierend auswirken. Musiktherapie kann die Aktivierung von Ressourcen und Kompetenzen fördern.

Für alle Patienten geeignet, denen Worte schwerfallen

Vom Musizieren und Musikerleben profitieren fast alle Patienten mit psychischen Erkrankungen. Die musiktherapeutische Arbeit kann bei Menschen mit Angst- und Essstörungen ebenso wie bei Erkrankten mit Depressionen angewandt werden. Da die Therapie eine kreative und nonverbale Ausdrucksmöglichkeit ist, eignet sie sich besonders für Menschen, die ihre Gefühle und Gedanken nicht so einfach mit Worten ausdrücken können. Besonders der Umgang mit negativen und eigens abgelehnten Emotionen kann mithilfe von Musik verbessert werden.


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