Person mit Jacke und aufgezogener Kapuze sitzt auf einem Berg und schaut in die Ferne, um Leere zu symbolsisieren

Gefühl­losigkeit

Nur noch Leere in Sicht?!

Es ist nicht nur für die Betroffenen selbst ein schlimmer Zustand, wenn es nicht mehr möglich ist, Gefühle zu fühlen. Auch Angehörige leiden sehr unter der Situation, dass alles nur noch freud- und glücklos ist. Daher ist es immens wichtig, wieder einen schnellen Weg in die eigene Gefühlswelt, zurück ins Erleben, Spüren und ins emotionale „Hier & Jetzt“ zu finden.

Was ist Gefühl­losigkeit?

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an Ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden

Alexithymie (auch Gefühlsblindheit oder Gefühlskälte) bedeutet, dass betroffene Frauen und Männer Emotionen nicht lesen, differenzieren oder verarbeiten können. Dadurch fühlt sich für Betroffene alles gleich an. Auf andere Menschen wirkt dies gefühlskalt oder unbeteiligt. Auch der Aufbau von Freundschaften oder Liebesbeziehungen wird erschwert oder ist gar unmöglich. Bei Menschen mit Alexithymie häufen sich körperliche Beschwerden, für die oft keine organische Ursache gefunden werden können. Diese Beschwerden scheinen im Kontext der gefühllosen Wahrnehmung der Umwelt zu stehen; sie können aber behandelt werden.

 

Behandlung von Gefühl­losigkeit

Gefühllosigkeit tritt als Symptom insbesondere bei Depressionen auf und äußert sich als anhaltende innere Leere. Interesselosigkeit, Sinnlosigkeit und Antriebslosigkeit können zu sozialem Rückzug und Einsamkeit führen. Auch Patienten mit Burnout fühlen sich leer und erschöpft und treten nur schwer in Kontakt mit ihren eigenen Bedürfnissen. Die pathologische Unfähigkeit, Gefühle zu empfinden oder zu verarbeiten, kann jedoch auch im Rahmen von Persönlichkeits­störungen oder einer Schizophrenie auftreten.


Bei Krankheitsbildern mit dem Symptom der Gefühllosigkeit können Psychotherapie-Verfahren, Sport-, Körper,- Natur- und Ernährungstherapie, Pharmakotherapie sowie alternative Therapien helfen. Zunächst muss eine gründliche Diagnostik erfolgen, um somatische Ursachen abzuklären, denn häufig sind leidenschaftslose, gefühlskalte oder ähnliche Verhaltensweisen lediglich symptomatisch – nicht etwa pathologisch. Geht die Gefühllosigkeit auf eine seelische Erkrankung zurück, ist es essenziell, die Grunderkrankung zu behandeln – zumeist eine Depression. Diese kann mithilfe der Psycho­therapie sowie adjuvanten Therapieverfahren durchgeführt werden. Auch die Bindungs- und Gefühlstherapie kann helfen, insbesondere wenn der Patient Probleme beim Aufbau von sozialen Beziehungen hat. Häufig ist dies bei Personen der Fall, die unter der psychischen Störung Alexithymie leiden.


Wir helfen auch denen, die Sie lieben

Oft empfinden Personen, die im Umfeld von Menschen mit Alexithymie leben, den Umgang mit ihnen als eher kühl. Jedoch macht eine gefühlsneutralere Umgangsweise jemanden noch lange nicht zu einem kaltherzigen, hartherzigen oder gefühlskalten Menschen. Trotzdem stellt das psychosomatische Symptom der gefühlskalten Art oftmals eine große Hürde in interaktionellen Beziehungen dar und kann im Kontakt mit Freunden und Bekannten für Missverständnisse sorgen. Auf Wunsch des Betroffenen begleiten wir deshalb auch Angehörige der gefühlskalten Person, um ein aufklärendes Auffangnetz mit Tipps rund um das Thema gefühlloses Verhalten und kalte Körperempfindungen bereitzustellen.

 


Was können Sie bei Gefühlskälte tun?

Häufig kommt es vor, dass Menschen sich gelegentlich in ihrem Leben leer fühlen und die eigenen Gefühle – positiv wie negativ – ungewollt für eine Weile in den Hintergrund geraten. Vorübergehend kann dies ein normaler Zustand sein, über den man sich keine Sorgen zu machen braucht. Hält das gefühllose Empfinden für eine längere Zeit an oder wird es intensiver, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn Aktivitäten früher mit großer Begeisterung verfolgt wurden und sich dies schlagartig ändert, sollten Sie sich medizinischen Rat einholen und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten. Dies wird Ihre Lebensqualität wieder enorm verbessern. Das Abnehmen sozialer Beziehungen sowie der Interessenverlust am Kontakt mit anderen kann ein weiteres Anzeichen für Gefühllosigkeit darstellen. Häufig gehen damit auch der Rückgang von partnerschaftlichen Gefühlen der Liebe sowie körperlicher Nähe einher. Zumeist sind gute Freunde oder Lebenspartner diejenigen, die solche Anzeichen als Erstes erkennen, da sie sich kalt oder lieblos behandelt fühlen. Auch wer des Öfteren körperliche Beschwerden bei sich selbst bemerkt, ohne dass Ärzte eine physische Ursache dafür erkennen können, sollte die Möglichkeit psychosomatischer Gründe erwägen.

Tipps für den Alltag

  • Aufmerksamkeit: Sich selbst wahrnehmen und auf sich Acht geben
  • Zufriedenheit: Bereiche im eigenen Leben finden, die einen glücklich machen und darauf fokussieren
  • Bindung: zu anderen Menschen Bindung, Vertrauen und Liebe aufbauen
  • Bedeutung: neue Herausforderungen und bedeutsame Projekte suchen

Wir sind für Sie da

Wir setzen auf ein Behandlungsumfeld, das Bindung und Lebensfreude möglich macht. Gerne beraten wir Sie zu unserem Angebot.

+49 2235 4665 2500

Wie äußert sich Gefühllosigkeit?

Bei  Gefühllosigkeit (Alexithymie) haben Betroffene keine eigenen Gefühle. Sie verspüren keine Freude, Liebe, Lust, Mut oder Hoffnung. Auch negative Gefühle wie Wut, Hass, Angst oder gar Trauer werden nicht mehr empfunden. Betroffene sind jedoch nur selten auf vergleichbare Weise gefühlskalt, was eine hoch individualisierte Diagnose erfordert.
Gefühllosigkeit wird oft als sehr quälend oder grausam empfunden. Wer nicht einmal gegenüber engsten Familienmitgliedern oder dem Partner Gefühle zeigen kann, erscheint für andere oft als gleichgültig, abgestumpft, gefühlskalt oder herzlos.


Welche Formen von Gefühllosigkeit gibt es?

Bei einer leichten Form der Alexithymie fällt es betroffenen Männern sowie Frauen schwer, mit ihren Gefühlen und den Gefühlen anderer umzugehen. Ist die Alexithymie mittelstark ausgeprägt, können Betroffene die Gefühle nicht entschlüsseln, wodurch es zu Problemen in der Kommunikation und beim Aufbau von Beziehungen kommt. Bei schwerer Alexithymie isolieren sich Betroffene komplett von ihrem sozialen Umfeld, da sie andere Menschen und deren Gefühle nicht verstehen. Mit der Toronto-Alexithymie-Skala lässt sich der Grad der Gefühlskälte erkennen. Dieser Test kann im Einzelsetting innerhalb des diagnostischen Prozesses durchgeführt werden.


Abgrenzung zu anderen Krankheiten

Davon abzugrenzen ist die emotionale Intelligenz, die lediglich die Fähigkeit von Menschen beschreibt, angemessen auf eigene Emotionen und die anderer Menschen zu reagieren. Auch Menschen, die nicht gefühlskalt sind, können wenig emotional intelligent sein. Oft werden Alexithymie und die fehlende emotionale Intelligenz fälschlicherweise als Synonyme verwendet. Mit Anhedonie ist hingegen gemeint, dass ein Mensch lediglich positive Emotionen (wie Freude, Liebe oder (sexuelle) Befriedigung kaum bis gar nicht mehr spüren kann. Negative Emotionen (wie Angst, Trauer oder Schuldgefühle) werden weiterhin – zumeist verstärkt – empfunden.

 

„Gefühllosigkeit hemmt die Bindung zu anderen und zu einem selbst – wir helfen!“

Alexander Conz

stellv. Klinikdirektor und Chefarzt
Libermenta Klinik Schloss Freudental

Ursachen von Gefühlskälte

Ursache und Entstehung von Gefühllosigkeit sind bisher noch nicht eindeutig erforscht. Es ist möglich, dass traumatische Erlebnisse zum fehlenden Gefühlsempfinden führen. Gefühlskälte wird häufig verstärkt Männern zugeschrieben. Doch die Schwierigkeit, Emotionen zu spüren, Gefühle in Worte zu fassen oder gar überhaupt zu lieben, kann bei Männern und Frauen gleichermaßen auftreten. 

Kindheitserfahrungen als Auslöser

Die Unfähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, könnte allerdings auch durch emotionale Vernachlässigung in der frühen Kindheit entstanden sein. Denn Kinder lernen schon früh von ihren Eltern und anderen wichtigen Bezugspersonen, wie sie ihre Gefühle wahrnehmen und zum Ausdruck bringen können. Nicht nur durch das gesprochene Wort, sondern auch durch nonverbale Kommunikation sind Menschen von klein auf dazu in der Lage, anderen Personen körperliche Empfindungen mitzuteilen.

 

 

Zusammenhang mit anderen Krankheitsbildern

Bekannt ist, dass Menschen mit der Krankheit Alexithymie oft auch unter starken psychischen Beschwerden leiden. Gefühllosigkeit tritt häufig als Symptom einer Depression oder eines Burnouts auf, bei dem Betroffene nur noch Leere in sich spüren und keine Emotionen mehr empfinden. Gefühlskälte ist jedoch keineswegs ein Synonym für eine dieser beiden Krankheiten. Denn bei alexithymen Menschen darf man nicht per se von affektiven Störungen oder Belastungsstörungen sprechen, wenn weitere relevante Kernsymptome der entsprechenden Krankheiten im alltäglichen Leben der Betroffenen nicht in ausreichend ausgeprägtem Umfang auftreten.

 

 


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