Bild von Baumwipfeln dreht sich

Schwindel­Gefühl

Gleichgewicht gesucht?

Wenn sich plötzlich alles im Kopf dreht, die Beine oder das Gleichgewicht versagen und man keinen festen Stand mehr unter den Füßen hat... Schwindelgefühle sind nicht nur sehr unangenehm, sondern können auf eine psychische bzw. physische Störung hinweisen – vor allem, wenn dieses „Karussell” immer häufiger Ihren Kopf und Ihren Körper dreht, ist Obacht und ärztliche Abklärung mehr als angebracht!

Was ist
Schwindel?

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an Ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Meist empfindet man Schwindel, wenn das Gehirn widersprüchliche Informationen von Sinnesorganen im Innenohr, den Augen und den Tiefenrezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken empfängt. Des Weiteren kann er auftreten, wenn das Gehirn die Signale nicht richtig verarbeiten kann oder physische oder psychische Erkrankungen vorliegen. Schwindelbeschwerden treten vor allem in Form von Gleichgewichtsstörungen auf, die in ihrer Ausprägung unterschiedlich stark sein können. Damit einhergehen jedoch immer Beschwerden, die den Betroffenen in seiner Wahrnehmung beeinträchtigen.

Behandlung von
Schwindel 
(Vertigo)

Nicht bei jedem akuten Schwindelanfall muss man zum Arzt gehen. Bei Bedenken, gehäuften oder intensivierten Symptomen sollte die Abklärung über die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde erfolgen. Wenn der Arzt keine körperlichen Anzeichen für die Symptomatik nachweisen kann, ist der Vertigo in der Regel auf andere Ursachen, wie psychische Belastungen und seelische Beeinträchtigungen, zurückzuführen. Folgende Symptome weisen auf eine Schwindelform hin:

  • Der Vertigo wird von Übelkeit oder Erbrechen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Ohrensausen, Benommenheit oder Atemnot begleitet.
  • Bestimmte Kopfbewegungen führen zum Schwindelgefühl.
  • Der Vertigo tritt plötzlich, heftig und wiederholt auf. 
  • Der Vertigo tritt während einer Infektion mit oder ohne Fieber auf.
  • Heftiger Drehschwindel oder andere Formen des Vertigo zeigt sich immer wieder in bestimmten Situationen.

Wie wird Schwindel behandelt?

Die Behandlung kann sehr unterschiedlich ablaufen, je nach Art der Erkrankung. Erster Anlaufpunkt ist der HNO-Arzt, es gibt in vielen Städten aber auch Schwindelambulanzen, die zwischen den einzelnen Schwindelformen differenzieren. So kann zum Beispiel geschaut werden, ob es sich bei einem Lagerungsschwindel um einen – zwar unangenehmen aber – gutartigen Lagerungsschwindel handelt oder nicht. Für eine entsprechende Diagnose erfragt der Arzt die Krankheitsgeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch (unter anderem Puls- und Blutdruckmessung). Die weiteren Untersuchungen fallen, je nach bestehendem Verdacht auf die auslösende Ursache, unterschiedlich aus. Die Behandlung beziehungsweise Schwindel-Therapie erfolgt nach Diagnosestellung unter anderem durch medikamentöse Behandlungen. Oftmals werden auch Übungen aus der Physiotherapie oder Psychotherapie zur Behandlung eines Vertigo eingesetzt. Die Therapie des Angstschwindels (phobischer Schwankschwindel) erfolgt in der Regel mit Antidepressiva und einer Verhaltenstherapie mit speziellen Übungen aus der Konfrontation sowie Anspannungsreduktion.


Was kann man bei Schwindel tun?

Schwindelanfällen kann durch Gleichgewichtsübungen und Bewegung vorgebeugt werden. Gute Übungen, die in den Alltag eingebaut werden können, sind beispielsweise das Zähneputzen auf einem Bein oder beim Spazierengehen auf einer imaginären Linie zu laufen. Zusätzlich sollte körperliche Erschöpfung und Stress vermieden werden. Wichtig ist auch, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten: Ausreichend Schlaf, viel Trinken (zur Stabilisierung des Blutdrucks) sowie regelmäßiges Essen (zur Vermeidung von Unterzuckerung) sind eine ebenso wichtige Maßnahme für die Gesundheit wie der Verzicht auf Alkohol- und Nikotinkonsum. Zudem können Medikamente Schwindelempfindungen als mögliche Nebenwirkungen nach sich ziehen und sind darauf zu prüfen.

Tipps für den Alltag

  • Lebensmittel wie Ingwertee, der den Blutfluss im Gehirn anregt, oder Bananen, die den Blutzuckerspiegel heben
  • Neben Gleichgewichtsübungen, z.B. auf einem Bein zu stehen, trainieren einige Sportarten wie Pilates, Yoga oder Skifahren das Gleichgewicht
  • Aus sitzenden oder liegenden Positionen immer möglichst langsam aufstehen
  • Stress abbauen, z.B. durch Entspannungsübungen

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Wie äußern sich Schwindelgefühle?

Es gibt verschiedene Unterteilungen eines Schwindels, die sich auf unterschiedliche Art und Weise äußern:

  • Beim Drehschwindel hat der Patient das Gefühl, dass sich etwas in ihm dreht oder die Umgebung um ihn herum kreist. 
  • Beim Schwankschwindel fühlt es sich an, als würde man schwanken oder als würde sich die Umgebung hin und her bewegen. 
  • Der Liftschwindel wird empfunden, als würde man nach oben oder unten gezogen werden. 
  • Bei der Fallneigung hat man das Gefühl, als würde man nach vorne oder zur Seite kippen. 
  • Im Falle des Benommenheitsschwindels fühlt sich der Patient dauerhaft benommen oder taumelig.

Vestibulärer und nicht-vestibulärer Schwindel

Unterschieden werden vestibuläre und nicht-vestibuläre Erkrankungen, die Auslöser von Schwindelempfindungen (Vertigo) sind. Als vestibulärer Schwindel werden alle Arten bezeichnet, die im Kopf entstehen: Also, wenn widersprüchliche Reize im Gehirn ankommen oder die Verarbeitung der von den Gleichgewichtsorganen gesendeten Informationen (zum Beispiel durch vestibuläre Migräne) gestört ist. Empfunden wird das Schwindelgefühl dann meist als Drehschwindel. Unterteilt wird der vestibuläre Schwindel nochmals in peripheren (das Innenohr oder der Gleichgewichtsnerv ist betroffen) und zentralen (der Hirnstamm, das Klein- oder Großhirn sind betroffen) vestibulären Schwindel. Nicht-vestibulärer Schwindel weist keine Fehlfunktion in den Gleichgewichtsorganen, Nerven oder im Gehirn auf. Seine Ursachen liegen in anderen Körperregionen begründet.

Zusammenhang mit psychischen Faktoren

Psychogener Schwankschwindel (oder auch Angstschwindel) ist die häufigste Form von psychogenem Schwindel. Er ist mit Unsicherheitsgefühlen beim Gehen oder Stehen verbunden und kann sich auf das emotionale Befinden des Patienten auswirken. Schwankschwindel kann durch Verspannungen sowie durch Schädigungen zentraler Strukturen im Gehirn verursacht werden. Die Ursache des phobischen Schwankschwindels (Angstschwindel) ist jedoch nicht organischer Natur und zählt somit zur somatoformen Schwindelgruppe. Der Vertigo tritt häufig mit besonderen psychischen Belastungen auf. Oft leiden Betroffene gleichzeitig zum Symptom der Schwindelempfindungen auch unter Depressionen oder Angststörungen. Werden die Ursachen nicht mit einer entsprechenden Therapie (zum Beispiel Psychotherapie) behandelt, können die Symptome sich chronifizieren.

„Schwindel darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wir helfen!“

Priv.-Doz. Dr. Karsten Wolf

Medizinischer Vorstand
Libermenta Kliniken

Ursachen von Schwindel (Vertigo)

Zu den häufigsten Formen und Ursachen des vestibulären Schwindels gehören:  

  • Schädel-Hirn-Traumata (SHT): Eine äußere Einwirkung auf den Kopf (zum Beispiel durch einen Schlag oder Unfall) kann zu Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit und Schmerzen führen. Die Symptome treten üblicherweise innerhalb von 48 Stunden nach der äußeren Einwirkung auf und führen in der Regel nicht zu chronischem Schwindel.
  • Lagerungsschwindel (Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel, BPPV): ausgelöst von kleinsten Kristallen im flüssigkeitsgefüllten Gleichgewichtsorgan empfindet der Patient einen kurzen aber heftigen Schwindelanfall bei veränderter Kopf- oder Körperhaltung, da die Kristalle in den Bogengängen die Sinneszellen reizen. Dies ist nicht schmerzvoll, dennoch gehen meist weitere Symptome (zum Beispiel starke Übelkeit) damit einher. 
  • Entzündung des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis): Entzündung im Hirn löst einen anhaltenden unangenehmen Drehschwindel aus, da die Verbindung zum Gleichgewichtsorgan gestört ist. Dieser – meist einseitige – Ausfall des Gleichgewichtsorgans klingt nach zwei bis vier Wochen wieder ab. 
  • Innenohrerkrankung (Vestibulopathie): Bei diesem Dreh- oder Schwankschwindel nehmen Patienten ihre Umgebung nur noch verschwommen wahr und die räumliche Orientierung wird beeinträchtigt. Ursache der Beschwerden können Medikamente oder eine Hirnhautentzündung sein. 
  • Schwindelattacken (Vestibularisparoxysmie): Diese nur Sekunden bis Minuten andauernden Attacken führen zu Stand- und Gangunsicherheit.
  • Reisekrankheit (Kinetose): Bei einer Reizüberflutung des Innenohrs bei Auto- oder Busfahrten, im Flugzeug oder auf einem Boot kann das Gehirn die Reize nicht mehr zuordnen. Das führt zu Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. 
  • Die Menière-Krankheit (Morbus Menière): Diese Störung kann sich chronifizieren und ist auf eine Erkrankung des Innenohrs zurückzuführen. Plötzliche Anfälle von Schwindel, Hörverlust und Tinnitus können gemeinsam oder im Wechsel auftreten.

Zum nicht-vestibulären Schwindel zählen:

  • Halswirbelsäulen-Syndrom (HWS-Syndrom): Symptome sind Schulter- und Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Tinnitus und Schwindel. Verursacher sind Verschleißerscheinungen, Entzündungen, Muskelverspannungen und Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule. 
  • Plötzlicher Blutdruckabfall (orthostatische Dysregulation): beispielsweise erhält das Gehirn bei schnellem Aufstehen kurzzeitig zu wenig Blut und damit auch zu wenig Sauerstoff, da das Blut absackt. Die Folge von plötzlichem niedrigem Blutdruck sind Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen. 
  • Bluthochdruck oder Blutarmut 
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche 
  • Unterzuckerung

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