Bild von einer Frau, deren Kopf eine Rauchwolke ist, um die Denkstörung zu symbolisieren

Denkstörung

Vergessene "Gedanken"welt

„Gedankenverloren“ – im richtigen Kontext klingt diese Beschreibung vielleicht sogar positiv oder romantisch. Wenn man aber wirklich seine Gedanken verliert und die eigene Gedankenwelt wankt, dann ist das für die Betroffenen und deren Angehörige oftmals eine unendlich leidvolle Situation. Um diesen Störungen schnell auf die Spur zu kommen, muss dringend eine ganzheitliche, evidente Diagnostik erfolgen! 

Was sind Denkstörungen?

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an Ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden

Wenn die Gedanken einfach nicht mehr frei sind… Kognitive Störungen des Denkens sind Beeinträchtigungen, die sich auf Denkinhalte und Denkabläufe beziehen. Sie können in inhaltliche sowie formale Denkstörungen unterteilt werden. Sie zeigen sich in Alltagsgesprächen am stärksten – beispielsweise, wenn Menschen durch Wortfindungsstörungen und Denkhemmungen oder unvollendete Sätze und aneinander Vorbeireden auffallen. Auch eingeengtes Denken, umständliches Denken, gesperrtes Denken, zerfahrenes Denken, gehemmtes Denken oder auch rasende Gedanken durch Ideenflucht können dazu zählen. Bei diesen Symptomen ist es wichtig, Hilfe von erfahrenen Therapeuten zu bekommen.

Behandlung von Denkstörungen

Ein Arztbesuch sollte bei einer Störung des Denkens in jedem Fall erfolgen, um somatische Ursachen abzuklären, da auch schwerwiegende Erkrankungen (meist des Gehirns) zugrunde liegen können. Tritt gestörtes Denken beispielsweise zusammen mit Sprachstörungen, Lähmungen, Schwindel, Sehstörungen und Kopfschmerzen auf, kann es sich dabei um einen Schlaganfall handeln und bedarf sofortiger notärztlicher Behandlung. Auch wenn Störungen des kognitiven Denkens plötzlich zum Problem werden, sich verschlimmern oder nach Phasen mit akutem Stress anhalten, ist medizinischer Rat gefragt. Des Weiteren ist zur Suche nach seelischen Ursachen eine ärztliche Untersuchung mit dem zusätzlichen Schwerpunkt der Psychologie und Psychotherapie erforderlich – etwa, wenn das Grübeln immer mehr wird, der Betroffene nächtelang wach liegt und zunehmend belastende, negative Gedanken hegt.

Wie werden Denkstörungen behandelt?

Da die Störung des Denkens lediglich ein Symptom ist, geht es um die Erforschung der Ursachen des primären Syndroms sowie die Behandlung der darunterliegenden Grunderkrankung, in deren Rahmen die Störung auftritt. Die Behandlung hängt somit von der primären Krankheit ab und kann nicht verallgemeinert werden. Ein Hirntumor bedarf einer anderen Therapie (Fachgebiet: Medizin) als eine Schizophrenie mit Wahn-Vorstellungen (Fachgebiet: Psychiatrie und Psychotherapie). Treten auffallende Veränderungen des Denkens im Rahmen einer psychischen Störung auf, können Psychotherapie, Pharmakotherapie und Entspannungsverfahren helfen, die primäre Krankheit zu behandeln und somit für ein gesteigertes psychisches Wohlbefinden zu sorgen.

 


Was kann man bei
Denkstörungen tun?

Betroffene Personen sind oft auf andere Menschen aus ihrem Umfeld, wie die eigene Familie und Freunde, angewiesen. Sollte die Unterstützung auf diesem Weg nicht möglich sein, ist die Hilfeleistung durch eine Pflegeeinrichtung möglich, in der sie professionelle Betreuung erhalten. Gleichzeitig schützt eine Behandlung, unter Denkstörungen leidender Personen, sich selbst oder andere in Gefahr zu bringen. Wenn es in akuten Fällen zu psychotische Gedanken mit Ideenflucht kommt, muss ein Psychologe hinzugezogen werden. Dann ist auch eine medikamentöse Behandlung möglich, nachdem mögliche Wirkungen sowie Nebenwirkungen ausführlich besprochen wurden. Um Störungen des Gedächtnisses entgegenzuwirken, bieten sich Übungen zum Gedächtnistraining an, wie etwa Kartenspiele, Sportübungen oder Sprachen lernen. Dies bringt zum einen wieder neue Lebensfreude und kann zum anderen ein unterstützender Weg sein, Denkhemmungen zu lösen.

 

Tipps für den Alltag

  • raus aus den Routinen und gewohnte Abläufe ändern
  • Herausforderungen schaffen und nicht immer den bequemen, direkten Weg nehmen, z. B. statt der Technik den eigenen Kopf benutzen
  • ausreichend schlafen und gesund ernähren, z.B. Omega-3-Fettsäuren
  • Gedächtnis trainieren, z.B. durch Kartenspiele wie Rommé oder Sudoku

 

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Wie äußern sich Denkstörungen?

Neben Problemen beim Denken und Sprechen zeigen sich bei Betroffenen auch weitere typische Anzeichen wie:

  • Desorientierung
  • Einbildungen
  • wahnhafte Überzeugungen oder Wahn-Ideen
  • Realitätsverlust
  • Ich-Störungen
  • Zerfahrenheit
  • Halluzinationen
  • negative Symptome (z.B. Apathie)

Diesen Personen misslingt es häufig, reale von surrealen Situationen zu unterscheiden. Bei inhaltlichen Denkstörungen, bei denen Betroffene an sonderlichen Gedanken festhalten und somit bei ihrem sozialen Umfeld anecken, kann es nicht selten auch zu Streitigkeiten und aggressivem Verhalten kommen, da die Wahrnehmung der Beteiligten sich unter Umständen stark voneinander unterscheidet. Im Wahn (als Symptom einer Schizophrenie oder Manie) kann es dazu kommen, dass Menschen andere Personen – oder gar sich selbst – verletzten. In solchen Fällen sollte zum Selbst- beziehungsweise Fremdschutz ein Arzt aufgesucht und eine Therapie in einer offenen oder geschlossenen Psychiatrie angedacht werden.

Formale Denkstörungen

Formale Denkstörungen sind Störungen des Ablaufs der Gedanken oder des Gedankengangs, die meist beim Sprechen auffallen. Beispielsweise sind hier verlangsamtes Denken oder die Wiederholung immer gleicher Gedanken (Perseveration) zu beobachten. Dazu zählen auch die Neuerfindung von Worten sowie am Thema Vorbeireden, das Gedankenabreißen sowie das Ignorieren von Fragen des Gegenübers. Betroffene denken darüber hinaus sehr umständlich, springen in ihren Erzählungen von einem Thema zum anderen oder können wichtig und unwichtig nicht voneinander unterscheiden. Auch übertriebenes Grübeln kann dazu zählen.

Inhaltliche Denkstörungen

Inhaltliche Denkstörungen äußern sich weniger im Sprechakt, sondern beziehen sich mehr auf die Themen, die der Mensch durchdenkt. Im Rahmen psychischer Erkrankungen geht es dabei häufig um Gedanken mit übertriebenen, abweichenden, falschen oder gar bizarren Vorstellungen. Dabei können sowohl der Betroffene selbst als auch seine Mitmenschen diese Gedanken als unsinnig empfinden. Häufig zeigen an einer Demenz oder Psychose Erkrankte sowie schizophrene Patienten solche Gedanken- und Sprechmuster. Zu den inhaltlichen Denkstörungen zählen beispielsweise auch Zwangsgedanken (als Symptom einer Zwangsstörung), bei denen sich bestimmte Gedanken immer wieder aufdrängen, ohne dass Betroffene dies von selbst unter Kontrolle bringen können. Häufig werden die Gedanken sogar von den Betroffenen selbst als unangenehm empfunden. Zu den inhaltlichen Denkstörungen gehören auch Gedanken, von denen Betroffene, trotz Bedenken ihres Umfelds, stark überzeugt sind – etwa religiöse oder politische Überzeugungen. Auch Halluzinationen, Angstgedanken oder gar ein hypochondrischer Wahn können ein Beispiel für eine Denkstörung sein. 

„Die Depression verändert den Blick auf Selbst, Welt und Zukunft – wir helfen!“

Dr. Eva Kalbheim

stellv. Klinikdirektorin und Chefärztin
Libermenta Klinik Schloss Gracht

Entstehung von Denkstörungen

Denkstörungen äußern sich als Symptome bei zahlreichen psychischen Störungen. Formale Denkstörungen treten etwa häufig bei einer Manie, Depressionen oder auch Schizophrenien auf. Inhaltliche Denkstörungen hingegen sind typische Symptome im Rahmen von Depressionen, Zwangserkrankungen, Angststörungen, Belastungsstörungen und Schizophrenien. Auch Stress kann vorübergehend dazu führen, dass das Denken gestört wird und sich zusätzlich eine affektive Störung entwickelt. Denkstörungen können aber auch auf körperliche Ursachen zurückgehen, beispielsweise auf einen Hirntumor, eine Gehirnerschütterung, ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Unfall oder einem Schlaganfall. In seltenen Fällen kann auch eine Überdosierung älterer medizinischer Präparate, die vornehmlich bei der Behandlung von Psychosen und Schizophrenien eingesetzt werden, ein gestörtes Denken als unerwünschte Nebenwirkung hervorrufen.

Denkstörungen am Beispiel Depression  

Eine Art der formalen Denkstörung im Rahmen einer depressiven Episode kann Grübeln sein. Betroffene durchdenken ständig die gleichen negativen Gedanken, ohne dabei zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Dabei können sie so tief in ihrem Gedankenkreis feststecken, dass sie aus ihrem Leiden nur schwer herausfinden. Auch denken sie häufig, dass sie gegen einen inneren Widerstand ankämpfen müssen. Inhaltliche Denkstörungen bei Menschen mit depressiven Verstimmungen äußern sich insofern, als dass diese Patienten häufig nur in negativen Gedanken denken und selbst positive Aussagen anderer Menschen als schlecht interpretieren. So können sie zum Beispiel nur schwer Komplimente annehmen und reden sich ein, dass Nettigkeiten nur aus Höflichkeit ausgesprochen wurden und sie diese gar nicht verdienen.


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