Älterer Mann mit Kopfhörern auf lacht

Tinnitus Behandlung

Sehnsucht nach Stille?

Wer mit einem Tinnitus zu kämpfen hat, ist oft sehr belastet. Das ständige Pfeifen oder Rauschen kann immer wieder plötzlich auftreten oder in schweren Fällen sogar über einen langen Zeitraum zum „ohrenbetäubenden” Begleiter werden. Ausgelöst werden kann das Ohrenklingeln durch den Betroffenen selbst, bzw. seinen psychischen oder physischen Zustand – äußere Einflüsse spielen meist keine Rolle!

Was ist ein
Tinnitus?

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an Ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Unter einem Tinnitus versteht man ein immer wieder und über einen längeren Zeitraum wahrgenommenes Ohrensausen bzw. Ohrenklingeln. Tinnitus lässt sich von dem lateinischen Wort „tinnire“ (klingeln, klimpern) ableiten. Kennzeichnend für das Ohrensausen oder auch Rauschen im Ohr ist, dass das Geräusch nicht durch die Umwelt, sondern im Patienten selbst ausgelöst wird. Selbst der anfängliche Tinnitus kann keinem herkömmlichen Geräusch zugeordnet werden. Im Falle der Chronifizierung ist es Betroffenen nicht mehr möglich, den Alltag zu bewältigen.

Behandlung von Tinnitus

Tinnitus-Betroffene sollten die Symptome als Warnsignal ihres Körpers und ihrer Seele ernst nehmen. Zunächst ist mithilfe eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes eine Diagnose zu tätigen. Handelt es sich um einen akuten Tinnitus, der begleitend zu einer Ohrerkrankung aufgetreten ist, legt sich dieser meist mit einer medikamentösen Behandlung schon nach kurzer Zeit. Hörgeräte, welche speziell für die Tinnitus-Therapie entwickelt wurden, können ebenfalls dazu beitragen, störende Ohrgeräusche zu verringern. Ist es dem Patienten kaum möglich, seinen Alltag mit dem chronischen Tinnitus zu gestalten, kann auch eine kognitive Verhaltenstherapie angedacht werden. Den Patienten wird mit diesem Therapieverfahren aufgezeigt, wie sie im Alltag mit dem Tinnitus umgehen können, ohne dass dieser sie dauerhaft beeinträchtigt. Leidet der Patient unter einem Tinnitus, der einen Hörverlust mit sich bringt, sollte ein Hörgerät erwogen werden. Dies kann helfen, dass bestimmte Geräusche weniger stark im Fokus stehen und gleichzeitig das Hörvermögen steigern. 

Haben sich die Ohrgeräusche festgesetzt und sind chronisch anwesend, dürfen sich Betroffene nicht entmutigen lassen. So sollten sich Betroffene mit Hilfe von Ärzten und Psychotherapeuten medizinisch sowie therapeutisch beraten lassen. Soll nicht nur der Tinnitus selbst behandelt werden, sondern spielen psychische Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Chronifizierung des Tinnitus, so sind auch weitere Therapien hilfreich. So kann beispielsweise die progressive Muskelentspannung oder auch das autogene Training mit in die Therapie eingebunden werden, um die Auswirkungen von Stressfaktoren zu minimieren und somit die Ohrgeräusche zu lindern.


Was kann man gegen einen Tinnitus tun?

Wichtig ist, sich keinesfalls der sozialen Isolation hinzugeben, sondern aktiv an der Behandlung mitzuwirken. Freude an Dingen im Leben zu finden, die einem guttun, hilft, den Fokus weg von der Erkrankung hin zu schönen Dingen zu lenken. Des Weiteren sollte ein gesunder Umgang mit Stress und Überforderung angestrebt werden. Stille sollte gemieden werden, da dies eine Fokussierung auf die Geräusche im Ohr unvermeidbar macht. Jedoch sollte auch extrem laute Musik umgangen werden, da dies ein zusätzlicher Stressor sein kann. Darüber hinaus sollten auch die privaten oder beruflichen Verhältnissen nach Konflikten überprüft werden. Diese zu bewältigen, trägt erheblich zur Reduktion von Stress bei. Auch eine ausgewogene Ernährung und eine Vermeidung von Alkohol und Tabak können unterstützend wirken.

Tipps für den Alltag

  • Leise Musik oder andere angenehme Töne gegen die Stille hören, vor allem für ein erleichtertes Einschlafen
  • Heil-pflanzliche Mittel mit dem Inhalt der Ginkgo-Pflanze können die Durchblutung fördern und Ohrgeräusche beenden
  • Selbsthilfegruppen in Anspruch nehmen für den Austausch von Erfahrungen und Ratschlägen mit anderen

Wir sind für Sie da

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Wie äußert sich ein Tinnitus? 

Es wird zwischen dem subjektiven und dem objektiven Tinnitus unterschieden. Bei einem objektiven Tinnitus lässt sich eine tatsächliche Schallquelle im Körper (unter anderem Blutschwämme, Gefäßmissbildungen, Veränderung im Blutstrom der Halsvene oder Tumore im Mittelohr) feststellen, dessen Geräusche auch der HNO-Arzt während der Untersuchung wahrnehmen kann. Liegt dem akuten Tinnitus kein für andere Menschen hörbares Geräusch zugrunde, so handelt es sich um den subjektiven Tinnitus. Viele Patienten berichten hierbei von begleitendem aktuellem Stress oder einem Burn-out. Betroffene haben meist infolge der Ohrgeräusche psychische Probleme, welche sich durch Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und depressive Syndrome kennzeichnen. Menschen, die unter einem Tinnitus leiden, ziehen sich meist sozial zurück, da sie sich durch die Geräusche im Ohr stark eingeschränkt fühlen. Reagiert wird auf das Ohrensausen – das auch als Rauschen empfunden wird – auch panisch, da man sich dem fremden Geräusch hilflos ausgeliefert fühlt. Die daraus folgende Sensibilität macht jedoch eine Wahrnehmung des Geräusches nur noch stärker.


Ein Tinnitus kann auch in zeitlicher Hinsicht differenziert werden. So spricht man in den ersten drei Monaten nach Auftreten des ersten Geräusches von einem akuten Tinnitus. Nach dieser Phase handelt es sich um einen chronischen Tinnitus. Teilweise wird innerhalb des dritten bis zum zwölften Monat von einem subakuten Tinnitus gesprochen. Darüber hinaus wird eine weitere Differenzierung anhand des Schweregrades vorgenommen. So unterscheidet man je nachdem, ob die Lebensqualität nicht eingeschränkt oder eingeschränkt ist, zwischen kompensiertem und dekompensiertem Tinnitus. 

Welchen Einfluss hat die Psyche auf den Tinnitus?

Vermutlich begünstigen psychische Faktoren häufig die Entwicklung der unangenehmen Geräusche im Ohr. Diese Faktoren haben insbesondere einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Ohrgeräusche. Leidet der Betroffene zum Zeitpunkt des Tinnitus unter einer seelischen Erkrankung wie Depressionen, Angst oder anderen Beeinträchtigungen, besteht die Gefahr, dass die akuten Ohrgeräusche sich nicht dekompensieren und sich zu einem chronischen Tinnitus weiterentwickeln. Können Tinnitus-Patienten die Geräusche gut in ihr Leben einbinden und nehmen sie diese kaum noch wahr, handelt es sich um einen kompensierten Tinnitus. Gelingt es ihnen nicht und stellt sich der Tinnitus für sie als unerträglich dar, erkranken sie oft auch psychisch. Dies äußert sich beispielsweise durch Muskelverspannungen, Angsterkrankungen oder Depressionen.

„Sie haben zu viel um die Ohren? Gönnen Sie sich eine Pause!“

Dr. med. Michael Bornheim

Klinikdirektor und Chefarzt
Libermenta Klinik Schloss Gracht

Ursachen eines Tinnitus

Mögliche Ursache für einen objektiven Tinnitus kann unter anderem eine Verengung der Blutgefäße sein. Es können auch klickende Töne wahrgenommen werden, welche auf unwillkürlich zuckende Bewegungen der Muskulatur im Mittelohr oder im Gaumen zurückzuführen sind. Eine weitere Ursache kann eine mögliche Herzklappenerkrankung, eine Blutarmut (Anämie) oder ein gutartiger Tumor in der Region der Kopfschlagader sein. Hinzu kommen akustische Traumata, ein Hörsturz, oder Knalltraumata. Nach einem Hörsturz kann es zu einer unvorhersehbaren, gar vollständigen Schwerhörigkeit kommen. Die Entstehung des subjektiven Tinnitus ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Mögliche Erklärungen sind, dass kaputte oder falsch geleitete Nervenbahnen unrichtige Signale an das Gehirn weiterleiten oder, dass die Störungsquelle direkt im Hörzentrum liegt und die übermittelte Information des Hörnervs zwar ankommt, jedoch falsch verarbeitet wird. Ursächlich für die Entstehung von Ohrgeräuschen ist häufig Stress. Durch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol wird das Innenohr schlechter durchblutet. Auch bei Problemen an der Halswirbelsäule kann es zu einem sogenannten somatosensorischen Tinnitus kommen. Folgt eine Veränderung der Geräusche bei Hals- und Kopfbewegungen, ist auch an eine Störung im Bereich der Halswirbelsäulenmuskulatur zu denken. Ein somatosensorischer Tinnitus entsteht durch eine Störung der Nervenverbindungen zwischen einzelnen Halswirbelsäulenabschnitten und dem Hörsystem. Auch eine Überbelastung der Kiefer-Kaumuskulatur kann einen Tinnitus in seiner Wirkung verstärken. So kann außerdem auch das nächtliche Zähneknirschen (Bruxismus) als Symptom von psychischer Belastung Ohrgeräusche intensivieren.


Daneben können viele verschiedene Krankheiten zu einem Tinnitus führen. Unter anderem kann eine Mittel- oder Innenohrentzündung dazu beitragen, dass der Betroffene daraufhin Ohrgeräusche wahrnimmt. Auch bei einer Verknöcherung im Überhang zwischen dem dritten Gehörknöchelchen und dem Innenohr, einer Tubenfunktionsstörung, einem Verschluss des Gehörgangs durch Ohrenschmalz oder Fremdkörper kann Tinnitus verursacht werden. Andere Krankheiten sind beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, welche neben anderen möglichen Krankheiten eher eine untergeordnete Rolle spielen. Mitunter kann auch eine mögliche Blutarmut (Anämie) Ohrgeräusche hervorrufen. Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Probleme mit dem Gehör hervorrufen. Bekannt sind unter anderem Schmerz- und Rheuma-Medikamente, Medikamente zur Behandlung von Depressionen oder Malaria sowie eine Chemotherapie.

 


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